Antisemitismus ist ein zentraler Bestandteil vieler rechtsextremer Ideologien und tritt auch im Kontext des türkischen Rechtsextremismus (TRex) in unterschiedlichen Erscheinungsformen auf. Dabei verbinden sich klassische antisemitische Verschwörungserzählungen mit türkischem Nationalismus, islamistisch geprägten Feindbildern sowie israelbezogenem Antisemitismus. Antisemitische Narrative dienen innerhalb türkisch-rechtsextremer Ideologien häufig dazu, „innere“ und „äußere Feinde“ zu markieren und ein homogenes nationales beziehungsweise religiöses Kollektiv zu konstruieren.
Besonders verbreitet sind Verschwörungserzählungen über angebliche „jüdische“ Kontrolle von Politik, Medien oder Wirtschaft. Im Umfeld rechtsextremer Gruppen wie den Grauen Wölfen (hier dann Verweis auf einen Beitrag zum Thema?) kursieren zudem Narrative über sogenannte „Kryptojuden“ (Dönme), denen eine Unterwanderung des türkischen Staates zugeschrieben wird. In islamisch-konservativen und islamistischen Milieus verbinden sich solche Motive häufig mit antiisraelischer Rhetorik, in der „der Zionismus“ als Bedrohung für die muslimische Welt dargestellt wird. Kritik an israelischer Politik wird dabei teilweise genutzt, um antisemitische Ressentiments zu legitimieren oder zu verschleiern.
Zugleich ist es wichtig, Antisemitismus im TRex-Kontext differenziert zu betrachten und pauschalisierende Zuschreibungen gegenüber Menschen mit Migrationsgeschichte oder Muslim*innen zu vermeiden. Antisemitische Einstellungen treten in unterschiedlichen gesellschaftlichen und politischen Milieus auf und sind historisch wie gesellschaftlich breit verankert. Im türkischen Rechtsextremismus wirken antisemitische Narrative transnational – sowohl in der Türkei als auch in der Diaspora – und verbreiten sich über Vereine, soziale Medien und popkulturelle Codes. Im TRex erfüllt Antisemitismus eine spezifische Funktion zur Stabilisierung nationalistischer, autoritärer und exkludierender Ideologien. Für den deutschen Kontext ist es zentral, Antisemitismus weder als „importiertes“ noch als migrantisches Problem zu verstehen.
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