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Social Media/soziale Medien

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Social-Media-Plattformen bieten einen idealen Nährboden für die Verbreitung menschenfeindlicher und rechtsextremer Ideologien und Inhalte. Zum Beispiel durch eine schnelle und niedrigschwellige Verbreitung von (Des-)Informationen sowie durch breitere und einfachere (globale) Vernetzung. Der digitale und der analoge Raum existieren dabei nicht separat, sondern parallel. Das heißt, der Rechtsextremismus, der online stattfindet, existiert in logischer Konsequenz auch analog und umgekehrt. Die Besonderheit an (türkischem) Rechtsextremismus auf Social Media besteht darin, dass er dort besonders sichtbar erscheint. Genau wie andere Rechtsextreme gehen auch türkisch-rechtsextreme Akteur*innen systematisch und strategisch auf Social Media vor. Ziel ist es, mithilfe verschiedener Methoden Personen für die türkisch-rechtsextreme Community zu gewinnen oder sie für politische Zwecke zu instrumentalisieren.  Das geschieht beispielsweise mit emotionalen bzw. emotionalisierenden Inhalten, die starke Reaktionen (Zustimmung aber auch Gegenrede/Empörung) hervorrufen, die wiederum den Algorithmus prägen und somit die Reichweite erhöhen. Das Aufgreifen von Trends und populären sowie kontroversen Themen ist dabei eine weitere Taktik. So können türkisch-rechtsextreme Inhalte leicht verbreitet werden, indem sie andere Themen und Inhalte als Projektionsfläche nutzen. Beispiele hierfür sind etwa Feier- und Gedenktage, Wahlen in der Türkei, die Fußball EM/ WM oder der Krieg in Gaza/ „Nahostkonflikt“.  

Wie auch bei anderen Rechtsextremismen werden online häufig Codes und Symbole verwendet, als sogenannte „Dog whistles“, also Wiedererkennung untereinander und um Gewalt mehr oder weniger versteckt zu verbreiten. Typischerweise eint türkisch-rechtsextreme Akteur*innen online Hass und Hetze gegen Minderheiten, wie z.B. Kurd*innen, Alevit*innen, Armenier*innen, (Pontos-)Griech*innen sowie Antisemitismus und Antifeminismus. Das Verbreiten von Desinformationen und Verschwörungsmythen sind dabei genutzte Instrumente, ebenso gezielte Einschüchterung, Geschichtsrevisionismus und Hassrede. Türkisch-rechtsextreme Akteur*innen online sind überwiegend männliche Jugendliche und erwachsene junge Männer, was sich in Statistiken anderer Rechtsextremismen ebenso widerspiegelt.  

Auf Social Media lässt sich grob zwischen zwei Gruppen unterscheiden: Personen, die aktiv Content-  also Inhalte auf Social Media Plattformen posten – und die Gruppen, die diese Inhalte primär konsumieren und auf diese reagieren. Das kann z.B. mit Bestätigung, oder aber mit Hasskommentaren, die sie bei Personen der Feindgruppen und/oder Gegenredner*innen hinterlassen. Dabei ist die Gruppe der „Kommentierenden“ nicht zu unterschätzen, weil die Inhalte durch sie mehrfach verbreitet werden und sich die Reichweite erhöht. Diese Stimmen wirken oft besonders „laut“. Gegenstimmen, wie Stimmen von Betroffenen werden durch Einschüchterung oft mundtot gemacht („Silencing“).  

Türkisch-rechtsextreme Akteur*innen vertreten u.a. islamisch ultranationale und/ oder pantürkische Positionen. Typisch ist dabei ein Dualismus zwischen Freund*in und Feind*in. Auf der einen Seite stehen Freund*innen, dabei werden vor allem andere muslimische und türkische Gruppen als eine homogene Gruppe betrachtet, deren diverse Identitäten keine Berücksichtigung finden. Auf der anderen Seite stehen klassische Feindbilder, wie beispielsweise Kurd*innen, Alevit*innen, jüdische Menschen oder „der Westen“. Typische Themen sind ein ausgeprägter Personenkult, z.B. um Alparslan Türkeş. Häufig verwendete Narrative und Symbole sind bspw. „Turan“, also die Fantasie eines ethnisch homogenen Großreichs, „Bozkurt“ (Symbolik grauer Wolf), Runen und vieles mehr. 

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