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Türkischer Rechtsextremismus 

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Türkischer Rechtsextremismus bezeichnet eine in Deutschland dauerhaft präsente, transnational vernetzte und in unterschiedlichen Organisationsformen sowie sozialen Milieus verankerte Erscheinungsform des Rechtsextremismus. Sie  beruht auf extrem türkisch-nationalistischen Vorstellungen von Gemeinschaft, Geschichte, Staat und Politik. Ideologisch prägend sind insbesondere ein ethnonationalistischer Türkismus, der die Nation primär über Abstammung, Herkunft und ethnische Zugehörigkeit definiert, pantürkistische und turanistische Großraumvorstellungen, ein autoritäres Staatsverständnis sowie in Teilen die Verknüpfung von Nationalismus und Religion im Sinne einer sogenannten Türkisch-Islamischen Synthese. Kennzeichnend ist dabei ein Nationsverständnis, das nicht auf politischer Solidarität beruht, sondern als natürliche Abstammungs-, Schicksals- und Überlegenheitsgemeinschaft gedacht wird. 

Den ideologischen und organisatorischen Kern dieses Spektrums bildet die Ülkücü Hareket, die im politischen und medialen Sprachgebrauch häufig als „Graue Wölfe“ bezeichnet wird. Beide Begriffe verweisen auf denselben Zusammenhang, akzentuieren jedoch Unterschiedliches: Während Ülkücü Hareket den politischen Charakter hervorhebt, betont die Bezeichnung „Graue Wölfe“ stärker die symbolische, öffentlich sichtbare und mitunter gewaltorientierte Erscheinungsweise. Die Wolfs-Symbolik und der Wolfsgruß fungieren als Kommunikationsstrategie, durch die Zugehörigkeit markiert wird, Präsenz im öffentlichen Raum beansprucht wird und gegenüber politischen Gegnern Macht sowie Einschüchterung signalisiert wird. In dieser funktionalen Hinsicht erinnert die Bewegung an historische Formen extrem auftretender politischer Mobilisierung, etwa an die fasci di combattimento in Italien oder die nationalsozialistische Sturmabteilung (SA), deren Gewaltpraxis nicht nur instrumentellen, sondern zugleich demonstrativen und kommunikativen Charakter besaß. 

Ülkücülük, meist mit „Idealismus“ übersetzt, bezeichnet dabei keinen philosophischen, sondern einen politischen Leitbegriff. Gemeint ist zum einen ein gegenwartsbezogenes Ziel, das auf die Kontrolle von Straße und öffentlichem Raum sowie auf die Einschüchterung und Bekämpfung politischer Gegner zielt, zum anderen ein ideologisch überhöhtes Fernziel in Form eines großtürkischen „Turan“-Reichs, verdichtet in der Formel „von der Adria bis zur Chinesischen Mauer“. 

Wichtige ideologische Wurzeln des türkischen Rechtsextremismus reichen in die spätosmanische Zeit zurück, in der pantürkistische und turanistische Nationalismen entstanden. In den ersten Jahrzehnten der türkischen Republik entwickelten sich daraus teilweise rassistisch-nationalistische Milieus mit Nähe zum Nationalsozialismus. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts prägten insbesondere ideologische Vordenker wie Ziya Gökalp, Hüseyin Nihal Atsız, Zeki Velidi Togan, Fethi Tevetoğlu und Reha Oğuz Türkkan die Ausformung dieser Strömung. Eine besonders einflussreiche Rolle spielten dabei Hüseyin Nihal Atsız und später Alparslan Türkeş. Türkeş prägte maßgeblich die Traditionslinie der Milliyetçi Hareket Partisi (MHP, Partei der Nationalistischen Bewegung), aus der die Ülkücü-Bewegung hervorging, die hinsichtlich ihrer Struktur, Praxis und Funktion mit den fasci di combattimento und nationalsozialistischen Organisationsformen vergleichbar ist. 

In Deutschland manifestiert sich türkischer Rechtsextremismus in Vereinen, Verbänden, digitalen Räumen sowie im Alltag. Kennzeichnend ist, dass Träger rechtsextremer Ideologien und die von ihnen Betroffenen häufig im selben sozialen, beruflichen und politischen Sozialraum verortet sind, vielfach auch als deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger. Gerade darin liegt seine besondere demokratiegefährdende Relevanz. Türkischer Rechtsextremismus ist daher nicht als bloßer „Rechtsextremismus fremder Herkunft“ zu begreifen, sondern als integraler Bestandteil des gegenwärtigen rechtsextremen Spektrums in Deutschland. 

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