Neşet Danış war ein türkischer Bauingenieur und politisch aktiv in Deutschland. Er ist Opfer des ersten nachweisbaren Mordes durch türkische Rechtsextreme in der Bundesrepublik.
Am 5. Mai 1974 wurde Danış bei einer Versammlung eines türkischen Arbeitnehmervereins in Norderstedt bei Hamburg von mehreren türkischen Rechtsextremen schwer verletzt. Hintergrund der Auseinandersetzung war ein politischer Konflikt um die Kontrolle des Vereins. Berichten zufolge versuchten konsulatsnahe und türkisch rechtsextreme Kräfte, Einfluss innerhalb migrantischer Organisationen auszubauen. Oppositionelle und linke Mitglieder leisteten dagegen Widerstand.
Während des Angriffs sollen Parolen wie „Wer seinen Gott liebt, erschlägt die Kommunisten“ gerufen worden sein. Danış erlitt schwerste Kopfverletzungen und starb am 21. Mai 1974 im Krankenhaus Hamburg-Heidberg.
Der Mord löste breite Proteste aus. (Migrantische) Arbeiter*innen, linke Gruppen, Studierende und emanzipatorische Initiativen organisierten Demonstrationen und forderten Aufklärung sowie Konsequenzen. Rund 2000 Menschen gingen in Hamburg auf die Straße.
Bis heute wurde der Mord juristisch nicht aufgearbeitet. Der Fall verweist auf frühe Formen türkisch rechtsextremer Organisierung in Deutschland und auf Kontinuitäten türkisch rechtsextremer Gewalt, die bis in die Gegenwart reichen.
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