Zwischen türkischem Rechtsextremismus und organisierter Kriminalität bestehen in Teilbereichen personelle und strukturelle Verbindungen. Bei der 2018 verbotenen Rockergruppe Osmanen Germania trafen kriminelle Aktivitäten auf türkisch-nationalistische Mobilisierung und die Einschüchterung politischer Gegner*innen. Dabei bestanden auch Kontakte zu AKP-nahen politischen Akteuren. Das Turan-Netzwerk verbindet die rechtsextreme Ülkücü-Ideologie mit einer an Rockergruppen orientierten Organisationsform und Selbstdarstellung. Auch Tätigkeiten einzelner Ülkücü-Anhänger im privaten Sicherheitsgewerbe sind dokumentiert.
Weitere Verbindungen zeigen sich unter anderem in positiven Bezugnahmen auf den rechtsextremen Mafiaboss Sedat Peker. Für Teile des türkisch-rechtsextremen Spektrums verkörpert er ein Leitbild, in dem Nationalismus, politische Gewalt, Männlichkeit und Führerschaft zusammenkommen.
Gemeinsamkeiten rechtsextremer und krimineller Gruppierungen liegen in hierarchischen Strukturen, strikten Loyalitätsanforderungen und der Abschottung nach außen. Die Zugehörigkeit verspricht Schutz, Anerkennung und Macht; Gewalt dient der Durchsetzung von Ansprüchen und der Kontrolle über andere. Solche Ähnlichkeiten können Kooperationen erleichtern, auch wenn politische und wirtschaftliche Ziele unterschiedlich gewichtet werden. Für Betroffene können sich dadurch rassistische Bedrohung, politische Einschüchterung und die Macht krimineller Netzwerke gegenseitig verstärken.
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