Die Grauen Wölfe (türkisch: Ülkü Ocakları, „Idealistenvereine“) ist eine türkisch-nationalistische und rechtsextreme Bewegung, die in den 1960er Jahren im Umfeld von Alparslan Türkeş entstand. Während des Kalten Krieges traten ihre Anhänger*innen insbesondere als militante Gegner*innen linker Gruppen, aber auch gegenüber ethnischen und religiösen Minderheiten in Erscheinung. Vor allem in den 1970er Jahren waren die Grauen Wölfe an zahlreichen gewaltsamen Auseinandersetzungen und politischen Morden in der Türkei beteiligt.
Ideologisch beruft sich die Bewegung auf die sogenannte „Neun-Lichter-Doktrin“ (Dokuz Işık) von Alparslan Türkeş. Zu ihren zentralen Elementen gehören ein ausgeprägter türkischer Nationalismus, der Panturkismus – die Vorstellung einer politischen und kulturellen Einheit aller Turkvölker – sowie die sogenannte türkisch-islamische Synthese, die türkische Identität eng mit dem sunnitischen Islam verbindet.
International bekannt wurden die Grauen Wölfe insbesondere durch ihre Verbindung zu zahlreichen Gewalttaten. Besondere Aufmerksamkeit erlangte das Attentat auf Papst Johannes Paul II. im Jahr 1981. Der Täter Mehmet Ali Ağca wird dem Umfeld der Grauen Wölfe zugerechnet.
Heute gelten die Grauen Wölfe als die größte rechtsextreme Bewegung der Türkei. Politisch stehen sie der Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP) nahe, die unter der Führung von Devlet Bahçeli seit Jahren ein wichtiger Bündnispartner von Recep Tayyip Erdoğan ist. Über ihre Vereine und Netzwerke sind die Grauen Wölfe auch in mehreren europäischen Ländern aktiv, darunter Deutschland.
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