Liebe Leserin, lieber Leser,

2025 waren wir neu. 2026 starten wir weiter durch. Bereits in unserem ersten Jahr haben uns über 50 Anfragen unterschiedlicher Akteur*innen erreicht. Die Menschen interessieren sich für das Thema türkischer Rechtsextremismus und bestärken uns in unserer Arbeit. Als Anlaufstelle bieten wir fachliche Einordnung und Orientierung. Wir verbinden Wissen aus Praxis, Forschung und Öffentlichkeit und wollen so eines unserer Kernziele erreichen: Akteur*innen im Umfeld von türkischem Rechtextremismus handlungsfähig zu machen.

Auch 2026 nehmen wir eine Rolle als Brückenakteurin zwischen Fachpraxis, Betroffenenperspektiven und politischer Ebene ein. Bei türkischem Rechtsextremismus handelt es sich nicht um ein „inner-migrantisches Konfliktthema“; türkischer Rechtsextremismus betrifft die gesamte Gesellschaft und stellt eine Bedrohung für demokratische Werte dar. Deshalb klären wir auf, sensibilisieren und handeln. Denn: Wissen hilft, rechtsextreme Ideologien zu erkennen und zu verstehen.

Unser Newsletter gibt einen Überblick über unsere Arbeit. Sie möchten mehr erfahren, unsere Arbeit unterstützen oder Wissen teilen? Özge Erdoğan, Leiterin der Fachstelle, freut sich über ihre Nachricht.

Ihr FaTRex-Team

Was kommt?

Netzwerk der Betroffenencommunitys

Ende Mai treffen sich zum zweiten Mal Betroffene von türkischem Rechtsextremismus, um sich zu vernetzen. Nach dem ersten gemeinsamen Wochenende gehen wir nun einen Schritt weiter: Wir wollen gemeinsam überlegen, wie wir das Netzwerk künftig gestalten, nutzen und weiterentwickeln möchten. Das Treffen bietet Raum für Austausch, Empowerment und das gemeinsame Entwerfen von Strukturen, die die Bedürfnisse und Perspektiven von Betroffenen in den Mittelpunkt stellen.
Das Wochenende wird in Hessen stattfinden. Anfragen nimmt unserer Fachreferentin Gulistan Özmen-Tuncel entgegen.

Online Salon Nr. 3 mit Ismail Küpeli

Der dritte FaTRex-Online Salon steht unter der Titel: „Türkischer Rechtsextremismus in Deutschland: Erscheinungsformen und Herausforderungen für Prävention und Gesellschaft“. Am Mittwoch, 13. Mai, begrüßen wie dazu ab 13 Uhr Ismail Küpeli. Der Politikwissenschaftler und Autor des Buches Graue Wölfe: Türkischer Rechtsextremismus in Deutschland ordnet ein, mit welchem Phänomen wir es beim türkischen Rechtsextremismus zu tun haben, warum dieses Thema nicht nur eine „Community-Frage“ ist, sondern gesamtgesellschaftliche Relevanz besitzt und welche aktuellen Entwicklungen dabei besonders wichtig sind. Abschließend geht er mit Özge Erdoğan, Leiterin der Fachstelle Türkischer Rechtsextremismus, in einen Austausch. Im Anschluss gibt es Raum für Rückfragen und Anmerkungen. Der Online Salon endet um 14.30 Uhr.
Foto links: Ismail Küpeli

FaTRex auf dem Deutschen Präventionstag

Der 31. Deutsche Präventionstag findet am 13./14. April 2026 in Hannover unter dem Schwerpunktthema „KI in der Prävention“ statt. Özge Erdoğan, Leiterin Fachstelle Türkischer Rechtsextremismus und Erol Ünal, Fachreferent in der Fachstelle, werden die Veranstaltung auf Panels und bei Speedvorträgen unterstützen. Das gesamte Kongressprogramm gibt es hier. Anmeldungen zum Präventionstag sind hier möglich.

Workshops für Fachkräfte in der Rechtsextremismusprävention

Im Rahmen der Fortbildungsreihe des Kooperationsverbunds Rechtsextremismusprävention bietet FaTRex am 5. Mai und 8. Juni zwei Online-Workshops zum Thema türkischer Rechtsextremismus in Deutschland für Fachkräfte in der Rechtsextremismusprävention an. Die Veranstaltungen unter dem Titel „Am Rand verortet – mitten in der Gesellschaft. Türkischer Rechtsextremismus im deutschen Kontext“ vermitteln einführende und vertiefende Einblicke in Ideologie, zentrale Akteure und Erscheinungsformen des türkischen Rechtsextremismus. Im Mittelpunkt stehen ideologische Merkmale, Organisationsstrukturen sowie ein Vergleich mit rechtsextremen Ideologien im deutschen Kontext. Zudem werfen wir gemeinsam einen Blick auf bestehende Strukturen der Präventionsarbeit und diskutieren, welche Herausforderungen sich für die Sichtbarmachung des Phänomens und den Umgang damit in der Praxis ergeben.

Ab Anfang/Mitte April ist die Anmeldung über die Website des Kooperationsverbunds Rechtsextremismusprävention möglich.

Digitaler ASF-Salon zu TRex


FaTRex ist zu Gast bei der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF). Am 17. Juni spricht Özge Erdoğan, Leiterin der Fachstelle Türkischer Rechtsextremismus, im Digitalen ASF-Salon über die ideologischen Grundlagen und Netzwerke rechtsextremer Organisationen. In den Blick genommen werden auch die Perspektiven Betroffener und welche Auswirkungen die Bedrohung durch den türkischen Rechtsextremismus in Deutschland für sie hat. Hier geht es zur Anmeldung.

Demokratiefeindlichkeit in der Sozialen Arbeit

Die DGSA Jahrestagung 2026 am 24. und 25. April in der Hochschule Niederrhein, Mönchengladbach, legt den Schwerpunkt auf autoritäre Verschiebungen des Sozialen sowie demokratiefeindliche Entwicklungen und Eingriffe in Kontexten Sozialer Arbeit. Im Panel "Rechtsextremismus macht nicht halt vor nationalen Grenzen: Ansätze für die Soziale Arbeit in der Gegenwartsgesellschaft" werden aus drei Perspektiven gegenwärtige Spielarten von grenzüberschreitendem Rechtsextremismus mit Türkeibezug und ihre Relevanz für die Profession und Theoriebildung der Soziale Arbeit beleuchtet und diskutiert. Die Leitung übernimmt bei Prof. Dr. Martina Ortner, OTH Regensburg, Diskutant*in(nen) sind Rabia Kökten, OTH Regensburg, Prof. Dr. Emre Arslan, IU Internationale Hochschule Köln und Özge Erdoğan von der Fachstelle Türkischer Rechtsextremismus. Sie zeigt am Beispiel der Zusammenarbeit mit Beratungsstellen in NRW, wie Fachpraxis und Betroffenenperspektiven verbunden werden können.

Was war?

Workshop beim Demokratiezentrum Bremen

Anfang März führte FaTRex einen Workshop zum Thema türkischer Rechtsextremismus mit Fachkräften aus unterschiedlichen Beratungsbereichen in Bremen durch. Teilnehmende waren insbesondere Mitarbeitende von Beratungsstellen aus der Betroffenenberatung, der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus sowie aus der Distanzierungs- und Ausstiegsarbeit.

Der Workshop kombinierte einen fachlichen Input zu Ideologie, Symbolik und Strukturen des türkischen Rechtsextremismus mit praxisorientierten Austauschformaten. In Kleingruppen diskutierten die Teilnehmenden aus der Perspektive ihrer jeweiligen Arbeitsfelder zentrale Fragen: Welche Herausforderungen ergeben sich im Umgang mit TRex? Welche Erfahrungen aus der Rechtsextremismusprävention lassen sich übertragen? Und wo besteht zusätzlicher Wissens- oder Vernetzungsbedarf? In den Gesprächen wurde deutlich, dass viele Ansätze aus der bisherigen Rechtsextremismusprävention auch im Kontext von türkischem Rechtsextremismus anwendbar sind. Gleichzeitig wurde betont, dass spezifisches Wissen über Ideologie, Symbolik und Strukturen sowie der Aufbau von Netzwerken mit relevanten Akteur*innen und Communities wichtige Voraussetzungen für eine wirksame Präventions- und Beratungsarbeit sind.

Es zeigte sich erneut, wie wichtig Räume für fachlichen Austausch zwischen unterschiedlichen Beratungsansätzen sind. Die gemeinsame Reflexion von Erfahrungen und Perspektiven kann dazu beitragen, Handlungssicherheit im Umgang mit türkischem Rechtsextremismus weiter zu stärken und neue Kooperationen anzustoßen.

Großer Zuspruch: FaTRex-Online Salon Nr. 2

Für den zweiten FaTRex-Online Salon Anfang Dezember 2025 hatten sich 55 Personen angemeldet. Ein Zeichen dafür, dass das Thema „Antisemitismus gestern und heute -Nationalsozialismus und türkischer Rechtsextremismus im transnationalen Kontext“ gut gewählt war. Die Teilnehmer*innen wurden nicht enttäuscht: Corry Guttstadt, Turkologin und Historikerin, leitete fachkundig durch das Thema Antisemitismus in der Türkei mit Fokus auf die türkische extreme Rechte. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an den FaTRex-Fachreferenten Kim David Amon.

Wissen vertiefen - Beratungsstellen sichtbar machen

Gemeinsam mit Mitarbeitenden der Meldestelle Rheinland-Pfalz, dem Monitoring Rechtsextremismus des Demokratiezentrums Rheinland-Pfalz sowie Berater*innen der Betroffenenberatung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt hat FaTRex Anfang Februar einen Workshop zu türkischem Rechtsextremismus durchgeführt. Ziel war es, Wissen zu Ideologien, Strukturen und Strategien zu vertiefen sowie praxisnahe Impulse für die Beratungs- und Bildungsarbeit zu geben.

Im Workshop wurden zentrale Ideologien, Symboliken und Parolen türkischer rechtsextremer Akteur*innen im öffentlichen Raum thematisiert und mögliche Strukturen in Rheinland-Pfalz sowie Bezüge zu Organisationen und Vereinen diskutiert. Anhand von Fallbeispielen konnten Strategien und Vorgehensweisen gegenüber Feindbildern beleuchtet werden. Eine praktische Übung zu Codes und Symbolen ermöglichte den Teilnehmenden einen niedrigschwelligen Zugang zu wichtigen Erkennungsmerkmalen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf besonders betroffenen Gruppen sowie auf der Frage, wie Beratungsstellen diese besser erreichen und ihre Angebote sichtbarer machen können. In Austauschformaten und Fallarbeiten wurden Herausforderungen aus der Beratungspraxis besprochen und gemeinsam Handlungsmöglichkeiten entwickelt. Der Workshop bot Raum für fachlichen Austausch, Vernetzung und praxisorientierte Diskussionen. Wir danken allen Teilnehmenden für die engagierte Mitarbeit und freuen uns auf weiteren Austausch und zukünftige Zusammenarbeit.

Personalien

Dîlan Güler neue Geschäftsführerin des BDAJ

Zum 1. März 2026 hat die Geschäftsführung des Bundes der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland e.V. gewechselt. Laura Schwab, die viele Jahre die Geschicke des BDAJ geleitet hat, wurde von Dîlan Güler abgelöst. Nach vielen Jahren ehrenamtlicher Arbeit für den BDAJ, davon vier Jahre im Bundesvorstand, sowie einem Studium im Bereich International Marketing Management, übernimmt Dîlan nun auch die Verantwortung für die Fachstelle Türkischer Rechtsextremismus, die in Trägerschaft des BDAJ steht. „Gerade in Zeiten, in denen demokratische Werte immer wieder herausgefordert werden, sind Empowerment, demokratische Teilhabe und ein solidarisches Miteinander wichtiger denn je – Ziele für die der BDAJ steht. Hierfür möchte ich mich gemeinsam mit meinen Kolleg*innen in der Bundesgeschäftsstelle sowie mit vielen engagierten Menschen einsetzen. Ich freue mich auf die neuen Herausforderungen – meine Tür steht stets offen!“

Neuer FaTRex Fachreferent: Imran Gürtaş

Seit Januar 2026 verstärkt Imran Gürtaş die Fachstelle Türkischer Rechtsextremismus. Der Politikwissenschaftler und Soziologe leitete von 2020 bis 2025 an der Pädagogischen Hochschule Weingarten das Fach „Alevitische Theologie/Alevitische Religionspädagogik und Religionslehre“ und war dort für Lehre, inhaltliche Entwicklung und Leitung des Fachs verantwortlich. Neben seiner wissenschaftlichen Ausbildung war Imran viele Jahre als freier Dolmetscher und Übersetzer tätig, insbesondere für das Behandlungszentrum für Folteropfer. Dort begleitete er therapeutische Gespräche zwischen Fachpersonal und kurdisch- sowie türkischsprachigen Patient*innen und unterstützte bei kulturspezifischen Fragestellungen. Imran hat mehrere Jahre in Integrationskursen bzw. in der Erwachsenenbildung als Lehrkraft für Deutsch als Zweitsprache (DaZ) gearbeitet. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen u. a. in der Ideengeschichte, der Friedens- und Konfliktforschung, Nationalismus und Faschismus sowie in der Soziologie der Erinnerung und des Vergessens.

FaTRex unterwegs

Digitaler Austausch der Partnerschaften für Demokratie (PfD), 16. März 2026
FaTRex hat im Rahmen des Kooperationsverbunds Rechtsextremismusprävention (KompRex) an einem digitalen Austauschformat mit Vertreter*innen der Partnerschaften für Demokratie (PfD) teilgenommen. Im Fokus standen aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Erfahrungen aus der Praxis der Rechtsextremismusprävention sowie der kollegiale Austausch zu wirksamen Ansätzen. Gemeinsam mit den beteiligten Trägern wurden zentrale Themen wie der Umgang mit rechtsextremen Dynamiken im Kontext politischer Entwicklungen sowie erfolgreiche Praxisbeispiele diskutiert. Der Austausch hat erneut verdeutlicht, wie wichtig Vernetzung und kontinuierlicher Erfahrungs- und Wissenstransfer für eine wirksame Präventionsarbeit im Rahmen von KompRex sind.

Fachtag der Deutschen Sport Jugend (dsj), 13. Dezember 2025
Im Zentrum eines Fachtags des Deutschen Sport Jugend (dsj) zu ultranationalistischen und rechtsextremen Bewegungen im Sportumfeld stand 2025 türkischer Ultranationalismus und Rechtsextremismus, dessen Rolle im Sport bislang wenig untersucht ist, aber zunehmend an Relevanz gewinnt. Workshops boten Raum für Sensibilisierung und Stärkung der Handlungskompetenzen für Prävention und Intervention. Durch die Vorstellung neuer Mapping-Ergebnisse wurden Grundlagen für eine fundierte Analyse geschaffen.

Rassismuskritik und Antisemitismuskritik intersektional verbinden, 28. bis 30.11.2025
Im Rahmen eines Kooperationsseminars von IDA e.V. und MNEME lieferte die Fachstelle einen Fachinput zum Thema Rassismus und Antisemitismus im Kontext des türkischen Ultranationalismus. Beleuchtet wurden die unterschiedlichen Strömungen des türkischen Rechtsextremismus, ihre Symbole, Entstehungsgeschichte und Feindbilder. Dabei wurde eine Abgrenzung von Nationalismus, Ultranationalismus und Rechtsextremismus vorgenommen und die kemalistische Ideologie sowie der Glorifizierungskult um Mustafa Kemal eingeordnet.

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Die Fachstelle Türkischer Rechtsextremismus ist in Trägerschaft des Bund der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland e.V. Teil des bundesweiten Kooperationsverbundes Rechtsextremismusprävention (KompRex).

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