Liebe Leserin, lieber Leser,

Sichtbarmachung, Aufklärung und Vernetzung sind zentrale Aufgaben unserer Fachstelle. Mit der Meldestelle für Vorfälle im Zusammenhang mit türkischem Rechtsextremismus wurde jetzt eine belastbare Grundlage für systematisches Monitoring und eine öffentliche Einordnung geschaffen. Zu diesem und weiteren Themen informieren wie Sie in unserem Newsletter.

Als einer von sechs Trägern des Kooperationsverbund Rechtsextremismusprävention (KompRex), dessen Förderung durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Programms „Demokratie leben!“ bereits zum Ende dieses Jahres vorzeitig endet, müssen wir uns für die Zukunft neu aufstellen.

Das KompRex-Aus bedeutet jedoch nicht das Ende von FaTRex! Aktuell bewerben wir uns im Rahmen eines Interessenbekundungsverfahrens auf Grundlage der angepassten Förderrichtlinie mit Projekten für die Zeit ab 2027 neu. Und wir sind zuversichtlich, dass unsere Arbeit weitergehen wird!

Mit dem Ende der Zusammenarbeit geht ein gewachsenes bundesweites Netzwerk verloren, in dem Wissen, Methoden und Erfahrungen zum Thema Rechtsextremismus gebündelt werden konnten. Dies ist umso bedauerlicher, als dass angesichts der zunehmenden Gefährdung von freiheitlich-demokratischen Gesellschaften weltweit staatliche und nicht-staatliche Akteure heute professioneller, effektiver und vernetzter denn je arbeiten müssen, um wirkungsvolle Präventionsansätze erstellen und weitergeben zu können.

Bleiben Sie zuversichtlich. Wir bleiben es auch!

Ihr FaTRex-Team

Was kommt?

Lesung mit Reyhan Şahin und Ronya Othmann am 23. September in Bochum

Intersektional. Feministisch. Gegen antialevitischen, antiêzîdischen und antikurdischen Rassismus!

Auf Einladung der Fachstelle Türkischer Rechtsextremismus (FaTRex) lesen Prof. Dr. Reyhan Şahin aka Lady Bitch Ray und Ronya Othmann, am 23. September 2026 um 19 Uhr im Bahnhof Langendreer/ Bochum aus ihren Werken und sprechen über Widerstand, Solidarität und gesellschaftliche Teilhabe. Reyhan Şahin bringt ihre Perspektiven als Wissenschaftlerin, Bildungsreferentin, Autorin und Rapperin ein und berichtet aus ihrer Forschung zu antialevitischem und antikurdischem Rassismus sowie alevitischem Feminismus. Die vielfach ausgezeichnete Schriftstellerin und Journalistin Ronya Othmann setzt sich in ihren Texten mit kurdisch-êzîdischer Identität, Erinnerung und Gewaltgeschichte auseinander.

Die Veranstaltung bietet Raum für Austausch über Diskriminierungserfahrungen, feministische Perspektiven und gesellschaftliche Vielfalt. Die Moderation übernimmt Özge Erdoğan, Leiterin der Fachstelle Türkischer Rechtsextremismus. Tickets kosten 5 Euro/ Supporter: 10 Euro.

Umfrage „Antialevitischer Rassismus und Mehrfachbetroffenheit: Diskriminierungserfahrungen und ihre Zusammenhänge“

Der Bund der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland e.V. (BDAJ), Träger der Fachstelle Türkischer Rechtsextremismus (FaTRex) lädt zur Teilnahme an der Umfrage „Antialevitischer Rassismus und Mehrfachbetroffenheit: Diskriminierungserfahrungen und ihre Zusammenhänge“ ein. Unterstützt wurde der BDAJ bei der Entwicklung der Umfrage vom Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitor (NaDiRa) des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM). Mit der Umfrage soll mehr über die Zusammenhänge von Diskriminierungserfahrungen von Alevit*innen herausgefunden werden. Im Anschluss an die Umfrage werden die Ergebnisse in Form einer Broschüre veröffentlicht. Die Umfrage erfolgt anonym auf Deutsch und Türkisch. Teilnehmen können alevitische Personen ab 16 Jahren.

Rund um das Thema Diskriminierungserfahrungen von Alevit*innen braucht es mehr Awareness und Sichtbarkeit. Die Ergebnisse der Umfrage helfen dem BDAJ dabei, sprachfähiger zu werden und antialevitischen Rassismus als solchen besser benennen, abgrenzen und einordnen zu können.

Türkischer Rechtsextremismus von A bis Z

Wer sind eigentlich die Grauen Wölfe? Welche Betroffenheiten gibt es? Welche Rolle spielt Antisemitismus im türkischen Rechtsextremismus? Ab sofort gibt es auf der FaTRex-Website ein Glossar zu türkischem Rechtsextremismus. Es befindet sich im Aufbau und wird laufend erweitert. Neben Texteinträgen gibt es auch Videobeiträge.

Foto: pixabay

Workshop: Türkischer Ultranationalismus und Rechtsextremismus im Sport

Die Deutsche Sportjugend will für das Thema türkischer Ultranationalismus und Rechtsextremismus im Sportumfeld sensibilisieren. Am 25. September 2026 um 14 Uhr geht es in einem Workshop in Düsseldorf um die historische Einordnungen sowie die Darstellung zentraler Vordenker, Symboliken, Feindbilder und Strukturen – in und außerhalb Deutschlands – sowie deren ideologische Hintergründe. Darauf aufbauend werden typische Erscheinungsformen, insbesondere im Sport, beleuchtet und Anhand eines Beispielfalls zur Reflexion des eigenen Umgangs eingeladen. Zur Diskussion stehen rechtliche Rahmenbedingungen, politische Forderungen und praxisnahe Handlungsoptionen für Vereine und Verbände.

Der Workshop wird im Rahmen der Fußballkulturtage NRW 2026 durchgeführt. Er findet in Kooperation mit der LAG Fanprojekte, mit Unterstützung der Meldestelle für Diskriminierung im Fußball in NRW, der Fachstelle Türkischer Rechtsextremismus und den Fanprojekte Düsseldorf statt. Die Teilnahme ist kostenlos.

Foto: dsj

Save the Date: FaTRex-Fachtag am 3. Dezember 2026

Am Donnerstag, 3. Dezember 2026, findet unter dem Titel „Verborgene Botschaften: Codes und Symbole türkischer Rechtsextremist*innen“ der nächste FaTRex-Fachtag in Köln statt. An diesem Tag erscheint unter dem Titel „Perspektiven“ auch der erste Band einer neuen Reihe rund um das Thema türkischer Rechtsextremismus. Im Fokus: Codes und Symbole. Bei Interesse am Fachtag schreiben Sie bitte eine Mail fachstelle@bdaj.de.

Was war?

Digitaler Salon mit FaTRex

Im digitalen Salon der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste hat FaTRex-Leiterin Özge Erdoğan einen Überblick über Ideologie, Akteure und Strukturen des türkischen Rechtsextremismus in Deutschland gegeben. Im Mittelpunkt standen seine unterschiedlichen Strömungen, zentrale Feindbilder und Betroffenengruppen sowie historische und transnationale Zusammenhänge. Anhand von Symbolen wie dem Wolfsgruß, Aktivitäten in Vereinen und Netzwerken, digitalen Inhalten sowie Codes in der Alltagskommunikation wurden konkrete Erscheinungsformen aufgezeigt. Im anschließenden Austausch haben die Teilnehmenden eigene Beispiele eingebracht und Fragen zur Einordnung konkreter Situationen gestellt. Zudem wurde diskutiert, warum türkischer Rechtsextremismus als gesamtgesellschaftliche Herausforderung verstanden werden muss und welche Ansätze für Sensibilisierung, Prävention, Intervention und den Schutz Betroffener notwendig sind.

Blinde Flecken in der pädagogischen Praxis

„Wege aus der doppelten Unsichtbarkeit – Wie Mehrheitsgesellschaft und türkischer Rechtextremismus zusammenwirken und Prävention trotzdem gelingen kann“, ist der Titel eines Fachartikel von Gulistan Özmen-Tuncel und Özge Erdoğan von FaTRex für ufuq.de. Das Portal wendet sich an Fachkräfte der schulischen und außerschulischen Bildungs- und Jugendarbeit und dient dem Wissens- und Erfahrungstransfer zwischen Forschung und Praxis.

In Politik und Medien, aber auch in Pädagogik und Präventionsarbeit bleiben die Zielgruppen von türkisch-nationalistischer Ideologie und Gewalt oft unsichtbar. Dabei müssten ihre Erfahrungen und Perspektiven zentrale Elemente für Pädagogik, politische Bildung und Prävention sein, der es um den Schutz von Betroffenen und um den Erhalt und die Stärkung demokratischer Räume geht.

© Bildnachweis: mit Midjourney generiertes Bild

Nicht sichtbar zu sein, bedeutet nicht, nicht da zu sein

Das Team des Netzwerks der Betroffenencommunitys (BeCo.TRex) gegen türkischen Rechtsextremismus hat ein Video aus Betroffenenperspektive produziert. Es macht deutlich, dass türkischer Rechtsextremismus für viele Teil des Alltags ist - in Gesprächen, in Blicken, in dem, was nicht gesagt wird. Er ist nicht immer laut und oft schwer einzuordnen. Er zeigt sich in Abwertungen, in Ausschlüssen, in der Frage, wer dazugehört – und wer nicht. Für Betroffene bedeutet das: Kraftaufwand. Unsicherheit. Anpassung. Widerstand. Und eine ständige Aushandlung: sichtbar sein – oder sich schützen. Betroffene von türkischem Rechtsextremismus wollen sichtbar machen, was passiert und gleichzeitig sicher sein.
BeCo.TRex bietet Raum für Austausch, Einordnung und gegenseitige Stärkung. Ein Ort, an dem Erfahrungen geteilt und gemeinsam sichtbar werden.

Neue Meldestelle für Vorfälle im Zusammenhang mit türkischem Rechtsextremismus

FaTRex hat eine Meldestelle für Vorfälle im Zusammenhang mit türkischem Rechtsextremismus eingerichtet. Wie häufig solche Vorfälle auftreten, lässt sich nur schwer beziffern. Gleichzeitig werden wir in unserer Arbeit immer wieder nach Zahlen und Entwicklungen gefragt. Die Meldung dient der Dokumentation, Einordnung und Auswertung solcher Vorfälle. Ziel ist es, Entwicklungen sichtbar zu machen und eine belastbare Grundlage für Monitoring und eine öffentliche Einordnung zu schaffen.
Über ein Formular in deutscher und türkischer Sprache können Vorfälle, wie das Zeigen des Wolfsgrußes, Beleidigungen oder rechtsextreme Sticker gemeldet werden, bei denen ein möglicher Zusammenhang mit türkischem Rechtsextremismus, extremem Nationalismus oder entsprechenden rassistischen, antisemitischen, antikurdischen, antiarmenischen, antialevitischen, antigriechischen, antiziganistischen, queerfeindlichen oder anderen ausgrenzenden Ideologien und Strukturen vermutet wird.

Türkischer Rechtsextremismus im schulischen Kontext

Am 2. Juli war Kim David Amon von FaTRex beim digitalen Fachtag „Handlungsfähig werden – Rassismus und Rechtsextremismus in der Schule begegnen“ von NiNA NRW und der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus NRW zu Gast. Der Fachtag brachte viele engagierte pädagogische Fachkräfte aus Schule und Schulsozialarbeit zusammen und bot Raum für Austausch, Reflexion und konkrete Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit Rechtsextremismus und menschenfeindlichen Einstellungen im schulischen Alltag.

In FaTRex-Workshop „Am Rand verortet – mitten in der Gesellschaft. Türkischer Rechtsextremismus im schulischen Kontext“ wurde sich mit zentralen Ideologien, Narrativen und Akteuren der türkischen Rechten in Deutschland beschäftigt. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie sich türkischer Rechtsextremismus im schulischen Alltag zeigen kann und welche Herausforderungen sich daraus für pädagogische Fachkräfte ergeben.

FaTRex unterwegs

Transnationale Einflussnahme auf Diaspora-Communitys, BAG RelEx , 28. Mai 2026
Auf Einladung der BAG RelEx war FaTRex bei der Austauschplattform „Transnationale Einflussnahme auf Diaspora-Communitys – Zwischen hybriden Ideologien und politischer Repression“ in Berlin zu Gast. Die Veranstaltung fand im Rahmen des bpb-geförderten Projekts wissenschaft:praxisnah statt und brachte Perspektiven aus Wissenschaft, Fachpraxis, Politik und Verwaltung zusammen. Gemeinsam haben Prof. Dr. Kemal Bozay und Kim David Amon von FaTRex auf türkischen Rechtsextremismus und die transnationale Einflussnahme geblickt. Im Mittelpunkt des Inputs stand dabei vor allem die Frage, wie solche Einflussnahme funktioniert und warum sie häufig noch unterschätzt wird.

Workshop mit dem Mobilen Beratungsteam Niedersachsen, 8. Juli 2026
Mit dem Mobilen Beratungsteam gegen Rechtsextremismus in Niedersachsen (MBT) ist FaTRex bereits seit Längerem im fachlichen Austausch. Umso mehr haben wir uns gefreut, bei der Klausurtagung des Teams auch einmal vor Ort zusammenzukommen. In unserem Input ging es um Geschichte und Ideologie des türkischen Rechtsextremismus, regionale Schwerpunkte, Betroffenenperspektiven sowie zentrale Symbole und Codes. Im Austausch konnte diese Perspektiven mit den Erfahrungen aus der Mobilen Beratung verbunden und gemeinsam auf Fragen aus der Beratungspraxis geschaut werden.

Identität und Extremismus: Lehrkräfte im Dialog, 16. Juli 2026
Auf Einladung der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg ist FaTRex-Fachreferent Erol Ünal mit rund 40 angehenden Lehrkräften der Fakultät für Erziehungs- und Gesellschaftswissenschaften zu den Themen türkischer Rechtsextremismus, Identitätsbildung und Präventionsarbeit in den Dialog getreten. Im Mittelpunkt stand ein Fallbeispiel zu den Grauen Wölfen, das gemeinsam analysiert und diskutiert wurde.

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